Ur-Rasse Tibet

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Populationsstruktur und genetische Geschichte der Tibet-TerrierWusstet ihr, das unser Tibet eng mit dem Grauwolf verwandt ist?

Hunderassen, die sich über Jahrhunderte in isolierten Regionen – in unserem Fall der Tibet im tibetischen Hochland – weitgehend ohne gezielte menschliche Zuchtbeeinflussung oder Kreuzung mit anderen Rassen entwickelt haben.
Ein paar Fakten zu seinem Status als Ur-Rasse Tibet Terrier:
Trotz seines Namens ist er genetisch kein Terrier, sondern ein Hütehund, der in seiner Heimat Tibet als „heiliger Hund“ verehrt wurde.
Genetische Nähe zum Wolf: DNA-Studien (wie die von Parker et al., 2004) belegen, dass der Tibet Terrier zu einer Gruppe von Rassen gehört, die genetisch eine hohe Ähnlichkeit zu den ursprünglichen Vorfahren der Hunde aufweisen.
Robuste Gesundheit: Als Ur-Rasse gilt er als besonders widerstandsfähig und langlebig, da er an die extremen klimatischen Bedingungen des Himalayas angepasst ist.
Natürliches Aussehen: Sein Erscheinungsbild hat sich über die Jahrhunderte kaum verändert; sein doppeltes Haarkleid diente ursprünglich als Schutz gegen extreme Kälte und Hitze.
Der Tibet teilt diesen Status der genetischen Ursprünglichkeit mit anderen zentralasiatischen Rassen wie dem Lhasa Apso oder dem Tibet Spaniel.

Der Tibet-Terrier ist eine beliebte, mittelgroße Begleithunderasse. Laut der Rassegeschichte umfasst die westliche Population des Tibet-Terriers zwei Linien: Lamleh und Luneville. Diese beiden Linien stammen von einer kleinen Anzahl von Gründertieren der einheimischen Tibet-Terrier-Population ab, die in den 1920er Jahren nach Europa gebracht wurden. Fast ein Jahrhundert lang waren die westliche Population und die einheimische Population in Tibet reproduktiv voneinander isoliert. In dieser Studie analysierten wir die Struktur der westlichen Population des Tibet-Terriers, der ursprünglichen Population aus Tibet sowie verschiedener Kreuzungen zwischen diesen beiden Populationen. Wir untersuchten außerdem die genetischen Verwandtschaftsverhältnisse des Tibet-Terriers mit anderen Hunderassen, insbesondere Terriern und einigen asiatischen Rassen, sowie die innerartliche Struktur beider Populationen.

Der Tibet-Terrier (TT) ist eine mittelgroße Begleithunderasse, die in vielen Ländern weltweit verbreitet ist. Die sogenannte westliche Population des Tibet-Terriers geht auf eine kleine Anzahl von Gründertieren zurück, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Grenzregion zwischen Tibet und Indien (Zentralhimalaya) importiert wurden [  ]. In westlichen Ländern entwickelten sich im Laufe der Rassegeschichte zwei Linien: die ältere Lamleh-Linie, die sich auf die ersten beiden Tiere (Bunti und Rajah) zurückführen lässt, die 1922 von Dr. Agnes Greig erworben und 1930 nach England gebracht wurden. 1937 erkannte der Kennel Club von England den Tibet-Terrier auf Grundlage der Tiere der Lamleh-Linie als eigenständige Rasse an.

Die zweite Linie der Tibet-Terrier, die sogenannte Luneville-Linie, entstand durch die Verpaarung von Dusky, einem 1953 von John Downey in Liverpool gefundenen Streuner (er wurde als Tibet-Terrier registriert und Trojan Kynos genannt), und der Hündin Princess Aureus [  ] (siehe Zusatzdatei 1 : Abbildung S1). Beide Linien lassen sich auf eine sehr begrenzte Anzahl von Gründertieren der einheimischen Tibet-Terrier-Population (TTNA) zurückführen und stellen das Bindeglied zwischen der westlichen Population der Tibet-Terrier und der ursprünglichen Population in Tibet dar, was die genetische Verwandtschaft beider Populationen belegt. Nachdem die westliche Population der Tibet-Terrier jedoch von Zuchtvereinen in Europa, den Vereinigten Staaten,

Australien und anderen Ländern anerkannt wurde, erlebte sie eine lange und relativ strenge Isolation von der ursprünglichen einheimischen Population der Tibet-Terrier in Tibet. Diese Isolation wurde nur sporadisch durch einige wenige Importe einzelner Tiere unterbrochen, wodurch sich die westliche Population vorübergehend erholte. Folglich entstand eine besondere Situation für die westliche Population der Tibet-Terrier. Diese reinrassige Population existiert parallel zur ursprünglichen Population in Tibet. Erst vor Kurzem kam es durch eine begrenzte Anzahl importierter Hunde aus Tibet in westliche Länder zu einem reproduktiven Kontakt zwischen beiden Populationen.

Die westliche Population der Tibet-Terrier ist bei der Internationalen Kynologischen Organisation (FCI) registriert (Rassestandard Nr. 209, 2017). Die ursprüngliche Population der Tibet-Terrier ist weiterhin in Tibet präsent und repräsentiert den ursprünglichen Genpool, aus dem nur wenige Individuen als Gründer zur westlichen Population beigetragen haben. Darüber hinaus trug die ursprüngliche Population der Tibet-Terrier auch zur Bildung des Genpools verschiedener anderer tibetischer Hunderassen bei, darunter Lhasa Apso, Shih Tzu und Tibet-Spaniel, die als alte Hunderassen gelten. Somit kann die ursprüngliche Population der Tibet-Terrier einer begrenzten Gruppe der frühen Hunde-Ursprungsrassen zugeordnet werden [  ].

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